Schaan, 6. Mai 2008.
Das Gesundheitswesen hat in den letzten Jahren bei uns im Lande viel zu reden gegeben. In der letzten Landtagssession hat Wendelin Lampert eine kleine Anfrage zu der Kostenentwicklung nach Tarmed gestellt. Die Antwort des Gesundheitsministers möchten wir nicht unkommentiert lassen.
Die neuesten offiziellen Zahlen des schweizerischen Bundesamtes für Gesundheit zeigen klar auf, dass die Gesundheitskosten in der Schweiz im Jahr 2007 um 3,8%, in Liechtenstein um 9,1% gestiegen sind. Die ambulanten Arztkosten stiegen in der Schweiz um 3,4%, in Liechtenstein hingegen um nur 2,4% womit die niedergelassenen Ärzte in Liechtenstein also ohne Tarmed deutlich kosteneffizienter gearbeitet haben als ihre Schweizer Kollegen. Der massive Gesamtkostenanstieg in Liechtenstein gegenüber der Schweiz erklärt sich mit den überproportional angestiegenen Spital- und Laborkosten.
Der Tarmed hat sich also - wie die Ärztekammer vorausgesagt hat - nicht positiv auf die Kostenentwicklung ausgewirkt.
Wir möchten an dieser Stelle das positive Gesamtbild der medizinischen Versorgung im Lande Liechtenstein noch etwas abrunden. Die Regierung hat in letzter Zeit mehrere Studien bei verschiedenen Instituten in Auftrag gegeben:
- Im Herbst 2006 wurde eine Studie veröffentlicht, die belegt hat, dass weit über 90% der Bevölkerung sehr zufrieden sind mit der ärztlichen Versorgung im Land.
- Der Zukunftsbarometer 2007 hat gezeigt, dass das Thema Gesundheitspolitik für die Bevölkerung kein Problemfeld darstellt – ganz im Gegensatz zum wichtigsten Thema der Gegenwart: Verkehr.
- Die Studie zur Nachhaltigkeit der liechtensteinischen Fiskal- und Sozialpolitik (Dezember 2007) zeigt auf, dass Liechtenstein im Gegensatz zu anderen Ländern sein derzeitiges Gesundheitswesen auf mindestens die nächsten 40 Jahre hinaus zu finanzieren vermag.
- Die neueste Studie des Duttweiler Institutes zum Thema Gesundheitsmarkt und Gesundheitsstandort Liechtenstein untermauert dieses Bild. Die Schweizer weisen gemäss dieser Studie pro Kopf und Jahr CHF 6929.- an Gesundheitskosten auf, die Liechtensteiner indessen nur CHF 6703.-. Dies obwohl die Liechtensteiner rund doppelt so oft zum Arzt gehen wie ihre Schweizer Nachbarn. Die Ärztedichte in Liechtenstein ist aber mit 2,3 Ärzten pro 1000 Einwohner deutlich geringer als in der Schweiz mit 3,8 Ärzten pro 1000 Einwohner. Die durchschnittliche Krankenkassen-prämie beträgt in der Schweiz CHF 3756.- pro Jahr, in Liechtenstein lediglich CHF 2409.-. Dabei trägt der Schweizer Staat knapp 60% der Gesundheitskosten, in Liechtenstein beläuft sich der öffentliche Beitrag auf nur knapp 34%.
All diese Zahlen belegen nur die einfache Tatsache, dass die Liechtensteiner Ärzte viel, im Vergleich zu ihren Schweizer Kollegen und nach Meinung der Bevölkerung qualitativ sehr gut arbeiten. Eine Tatsache, die manch ein Politiker einfach nicht akzeptieren will.
Rückfragehinweise für die Presse:
Dr. Ruth Kranz-Candrian
Liechtensteinische Ärztekammer
Telefon: +423 392 1313