Zu viel Eiweiss erhöht Diabetesrisiko

Zu viel Eiweiss, zu wenig Ballaststoffe erhöhen das Diabetesrisiko oder anders ausgedrückt: sind Eiweiss-Diäten immer nur gut? Zur Zeit durchlaufen wir wieder eine Phase der Eiweiss-Diäten. Kohlenhydrate und Fette sind out, Eiweiss ist in. Beim Abnehmen hat sich gezeigt, dass Eiweiss einen guten Sättigungsfaktor besitzt, sich günstig auf den Blutzuckerverlauf auswirkt und das Gewicht schnell nach unten geht.

Ist dem wirklich so? Oder ist es nur gerade en vogue, die vermeintlich dickmachenden Stärkelieferanten und das seit langem verteufelte Fett zu meiden. In letzter Zeit wird von eiweissreichen Diäten nun wieder Negatives berichtet. Nicht nur das der Stoffwechsel und die Nieren überlastet werden, sondern dass sogar eine eiweissreiche Diät das Diabetes-Risiko erhöht.

Wissenschaftler des Deutschen Institus für Ernährungsforschung haben eine Studie veröffentlicht, in der sie den Grund für die schlechtere Insulinempfindlichkeit untersucht haben. In der Studie beobachteten sie, dass ein hoher Proteinverzehr ein bestimmtes Signalprotein im Fettgewebe ansteigen lässt. Dies wiederum verschlechtert die Wirkung des blutzuckerregulierenden Hormons Insulin.

Eine ballaststoffreiche Kost mit rund 43 Gramm Getreideballaststoffen pro Tag wirkt sich dagegen günstig auf die Insulinwirkung aus. Die Wissenschaftler stellten fest, dass die unlöslichen Ballaststoffe aus Getreide die Proteinaufnahme aus dem Darm bremsen und dadurch ihren ungünstigen Einfluss auf das Diabetesrisiko verringern.

Und woher bekommen wir Getreideballaststoffe? Natürlich aus Vollkornprodukten wie Vollkornbrot, Vollkorn-Müsli, Vollkornteigwaren und Mahlzeiten mit Getreidekörnern wie Buchweizen, Gerste, Grünkern, Hafer, Dinkel, Quinoa und Naturreis. 

Eine ausgewogene Ernährung mit nicht nur Eiweisslieferanten auf Blattsalat und Gemüse sondern auch mit Vollkorngetreideprodukten ist sättigend, hilft beim Abnehmen und ist gesund! 

Sabine Gahr
Dipl.oec.troph.
Ernährungsberatung