Geschichte der Kräuterwickel
Schon in der Steinzeit kannten die Menschen die wohltuende Wirkung des kalten Wassers. Hatte man sich verletzt, hielt man den verletzten Körperteil in das kühle Nass. Diese Verhaltensweise hatte man den Tieren abgeschaut und machte auf diese Weise die Erfahrung, dass ein drohender Bluterguss oder eine Schwellung verhindert werden konnte.
Die Anwendung von gesunden Kräuterwickeln hat sich sowohl aus der jahrhundertelangen Erfahrung mit Kräutern als auch aus der Wassertherapie entwickelt. Beide Methoden stellten schon früher preiswerte, gesunde Alternativen zur sich erst langsam entwickelnden klassischen Schulmedizin.
Besonders Sebastian Kneipp erforschte im 19. Jahrhundert die gesundheitsfördernden Heilkräfte des Wassers und verband die Erfahrung der Kräuterheilkunde mit der Anwendung von Wickeln und Kompressen.
Wickel und Kompressen
Unter dem Begriff Wickel wird die zirkuläre Einhüllung eines Körperteils in zwei oder drei Tücher verstanden, wobei das Innerste (Baumwolltuch) in einer Wickellösung getränkt oder mit einem Zusatz bestrichen wird. Den Abschluss um den Wickel bildet ein Wolltuch.
Grundsätzlich sollten Wickel nie zu fest umgelegt werden und die zu behandelnde Person völlig entspannt liegen. Ein Wickel sollte ebenfalls nie zu heiss sein.
Ein Wickel wird so lange aufgelegt, wie er dem Patienten gut tut und er seinen Zweck erfüllt hat.
Bei den Kompressen wird das innerste Tuch mit der Wickellösung oder Wickelzusatz nicht rundum gewickelt, sondern nur gerade auf die betreffende Körperstelle gelegt.
Heisse Wickel / Kalte Wickel
Durch die Anwendung heisser Wickel wird dem Körper auf passive Weise Wärme zugeführt. Die Wärme dehnt die Blutgefässe aus und die Durchblutung wird entsprechend angeregt. Auf diese Weise gelangen verstärkt Nährstoffe, Abwehrstoffe und Sauerstoff zu den Zellen. Das dadurch natürlich besser ernährte Gewebe besitzt nun einen regen Stoffwechsel und fördert dadurch den Abtransport von Abbaustoffen und Bakteriengiften.
Nicht nur die direkt mit dem Wickel in Berührung kommenden Körperteile, sondern auch andere innere Organe werden reflektorisch durch den heissen Wickel beeinflusst. Ein heisser Wickel entspannt grundsätzlich die Muskeln, löst Verspannungen und die damit verbundenen Schmerzen, besänftigt und schenkt Wohlbefinden.
Die Anwendung kalter Wickel führt zu einer gewissen Verengung der Blutgefässe – auf diese Weise wird umgekehrt zum heissen Wickel weniger Blut zu den Zellen gepumpt, der Zellstoffwechsel herabgesetzt und der Abtransport von Abfallstoffen herabgesetzt. Kälte hemmt auch die Keimteilung und das Schmerzempfinden wird herabgesetzt. Auch die Muskelspannung nimmt deutlich ab.